Golf-Trend in der Bundesrepublik: Flexible, nutzungsbedingte, individuelle Mitgliedschaften oder “The american way of golf!”

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Gastbeitrag von J. Trageser

Die Golf-Szenerie, der Markt in Deutschland und das Klientel der Golfspieler haben sich in den letzten 10 – 20 Jahren immens verändert, der grüne Sport sich geöffnet und die Spielbedingungen erleichtert.

Abschreckende Clubaufnahme-Hürden wie Bürgen oder astronomische Aufnahmegebühren sind größtenteils verschwunden.

Das klassische Golf-Klientel ist nicht mehr nur der 65jährige Arzt, Anwalt oder Akademiker, sondern Spieler aller Berufssparten und Altersklassen. Statussymbole und Kleiderordnungen zählen auf moderneren Golfplätzen heute weniger als die Freude am naturverbundenen Sport und der geselligen Golfrunde an sich.

Die Zahl der Golfanlagen hat sich seit 1990 mehr als verdoppelt und die Zahl der Golfspieler gar vervierfacht auf mehr als 600.000 aktive Club-Mitglieder.

Auch bei der Form der Mitgliedschaften und den Wünschen der Golfer ist eine klare Richtung festzustellen, die durch zahlreiche Aussagen von fast 20.000 Besuchern, der von GREENline Golf organisierten Erlebnistage seit 2000, belegt wird:

Viele Golfer möchten nutzungsbedingte, individuelle und flexible Mitgliedschaften, die in ihren Leistungen und Beiträgen der Anforderung des jeweiligen Golfers angepasst sind.

Nachfolgend sollen exemplarisch 4 differierende Typen dargestellt werden:

  1. Der viel spielende und nicht mehr so mobile Golf-Rentner wünscht vielleicht eher eine klassische Vollmitgliedschaft mit uneingeschränktem Spielrecht auf seiner Heimatanlage.
  2. Der häufig reisende 45jährige Geschäftsmann wünscht dagegen oft eher eine mobile Variante z.B. Golf-Fernmitgliedschaft mit reinen Greenfee-Zahlungen auf den verschiedenen gewünschten Plätzen.
  3. Die Hausfrau mit 2 Kindern, die nur max. 10 Runden im Jahr mal mit ihrem Mann oder der Freundin spielt, wünscht keinen hohen festen Jahresbeitrag in einem Club.
  4. Der pensionierte Senior, der immer nur an Werktagen vormittags seinen Platz spielt, wünscht vielleicht eine „Zeitzonen-Mitgliedschaft“, die günstiger als eine Standard-Mitgliedschaft ist.

So gibt es viele verschiedene Interessen und Unterschiede in den Leistungsanforderungen der Golfer unserer Zeit, und diese können nicht mit dem klassischen Einheitsmodell einer Club-Vollmitgliedschaft zum gleichen Preis „über einen Kamm geschoren“ werden.

Nutzungsabhängige Club-Mitgliedschaften sind hier eine Lösung, so z.B. eine Gold-Mitgliedschaft für die uneingeschränkte Nutzung des Platzes, eine Silber-Card inklusive vielleicht 20 Runden p.a. und die Bronze-Membership mit evt. 10 Runden p.a. sowie Mitgliedschaften mit separater Greenfee-Zahlung und einem geringen Jahresbeitrag für die Handicap-Verwaltung oder die weitere Lösung der Golf-Fernmitgliedschaften.

So passt sich der Golfmarkt vermehrt mit dem Angebot von Fernmitgliedschaften den neuen Bedürfnissen der Golfer des 21. Jahrhunderts an. Mit der sog. Flexigolf-Mitgliedschaft hat GREENline ein Produkt entwickelt, das den modernen „Lifetime-Golfern“ die Möglichkeit bietet, weltweit flexibel und unabhängig zu golfen, ohne sich direkt mit fixen höheren Jahresbeiträgen an einen einzelnen Club binden zu müssen.

Solche und andere Club-Mitgliedschaftsmodelle sind sicher die Zukunft, und das zeigen die Zahlen der zurückgehenden sog. Voll-Mitgliedschaften und der großen Zunahme flexibler Spielmodelle in deutschen Golfanlagen, sog. Golf-Fernmitgliedschaften, Gast- oder Greenfee-Mitgliedschaften.

Letzten Endes sollte es allen Förderern des Golfsports immer darum gehen, dass immer mehr Deutsche den Weg zu diesem wunderschönen Sport in freier Natur finden und die  Aufnahmeregularien oder Spielmöglichkeiten für alle geöffnet und erleichtert werden.

Laut verschiedensten Umfragen der letzten Jahre (u.a. EMNID) hätten etwa 3 Mio. Deutsche Interesse daran, den „grünen Sport“ einmal kennen zu lernen – das Potential ist also da – es müssen nun nur noch die richtigen Spielmöglichkeiten und attraktive Mitgliedschaftsformen geschaffen bzw. weiter ausgebaut werden.

In diesem Sinne: „Schönes Spiel!“

J. Trageser, 25.09.2012
www.flexigolf-fernmitgliedschaft.de

2 Kommentare

  1. Hallo Jürgen,

    volle Zustimmung zum Beitrag.
    Ein wichtiger Aspekt fehlt mir noch, denn um überhaupt das Nutzungsverhalten einer Anlage analysieren zu können, sind Startzeit absolut erforderlich.
    Einige Golfer sehen Startzeiten jedoch als Hindernis für flexibles Spiel.

    So gibt es in meinem Heimatclub nur Startzeiten und jeder Golfer erhält entsprechendem seinem Spielverhalten ein individuelles Angebot für eine Mitgliedschaft.
    Somit kann jede Golfanlage den Markt entsprechend segmentieren und erreicht eine entsprechend gleichmäßig hohe Auslastung.

    PS: Die Flexigolfmitgliedschaft sieht nach einem attraktiven Angebot für meine bessere Hälfte aus … 😉

    Gruß,
    Steffen.

    • Das Thema „Startzeiten“ wird immer wieder kontrovers diskutiert. Ich selbst bin allerdings froh, dass auf unserer Anlage keine Startzeiten vergeben werden. So kann ich ich kurzfristig entscheiden, wann ich spielen möchte. Allerdings muss ich dann natürlich auch Wartezeiten von bis zu eine halben Stunde in Kauf nehmen oder versuchen, bestimmte stark frequentierte Zeiten zu meiden.

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