Beat Yesterday – Praxiserfahrungen mit der Garmin Approach S20

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Wie bereits angekündigt hatte ich im Urlaub ausreichend Zeit mein neues Gadget, die Garmin Approach S20, ausführlich zu testen. Ich habe zwar immer noch nicht alle Funktionen ausgetestet, aber die Funktionen für die „normale“ Golfrunde habe ich mittlerweile auf fast 30 Golfrunden genutzt.

Die Golfuhr selbst habe ich ja bereits vor ein paar Wochen kurz dargestellt. Auf die einzelnen Features werde ich hier daher nicht nochmal eingehen. Vorab kann ich schon mal berichten, dass ich ziemlich begeistert von der Uhr bin. Es ist meine erste echte GPS Golfuhr, die ich als Entfernungsmesser genutzt habe. Bisher habe ich in der Regel eine Golf App auf meinem Smartphone in Verbindung mit meiner Pebble Smartwatch genutzt. Wenn es mal besonders genau sein sollte, habe ich auf mein Laser Messgerät zurück gegriffen.

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Die wesentlichen Funktionen der Garmin Approach S20

Da es sich natürlich um eine Uhr handelt, kann die Garmin auch die Zeit anzeigen ;-). Dies geschieht mit 4 großen Ziffern. Rund um die Uhr befinden sich insgesamt 4 Knöpfe, die zur Bedienung der Uhr – z.B. zur Menüsteuerung – genutzt werden können.

Die GPS Funktion der S20 ist natürlich das Herzstück der Uhr. Möchte man eine Golfrunde starten, drückt man einfach auf den „OK“-Knopf und gelangt direkt in die Suchfunktion. Die Golfplätze, die wir in unserem Urlaub bei Obing und Zell am See gespielt haben, waren alle sofort zu finden. Selbst 6- oder 9-Loch Kurzplätze der Anlagen wurden angezeigt. Mehr als 40.000 Plätze sollen vorinstalliert sein.

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Nachdem man dann den gewünschten Golfplatz ausgewählt hat, kann man noch angeben, ob man mit Scorekarte spielen kann. Dann hat man die Möglichkeit, die Schlagzahl zu dokumentieren, die Anzahl der Putts und ob man den Abschlag nach links oder rechts verzogen hat.

Bei der Entfernungsmessung gibt es diverse Optionen. Standardmäßig wird in großen Ziffern die Entfernung zum Grün (Mitte, Anfang, Ende) angezeigt. Mittels der Bedienknöpfe kann man dann aber auch durch die Entfernungen der vorhandenen Hindernisse blättern. Interessant ist auch die Möglichkeit, die Fahnenposition auf dem Grün zu verändern.

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Ein Zusatzfeature für Fitness Fans ist der Tracker, mit dem die Schrittzahl ermittelt wird. Weiterhin verfügt die Garmin Approach S20 über die Möglichkeit, Benachrichtigungen von einem Smartphone zu empfangen. Hierzu wird die Uhr über Bluetooth mit dem Smartphone gekoppelt. Man bekommt mit der S20 also auch eine kleine Smartwatch dazu.

Alle Daten kann man dann mit der Garmin App „Connect“ synchronisieren, wobei die App die Daten dann auch noch mit dem Internet Portal von Garmin synchronisieren kann. Hier kann man sich dann diverse Statistiken anschauen.

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Meine Erfahrungen mit der Garmin Approach S20

Wie oben bereits erwähnt, bin ich ziemlich begeistert von der Garmin Golfuhr. Direkt positiv ist mir das leichte Gewicht der Uhr aufgefallen. Ausgezeichnet finde ich auch die Lesbarkeit bei hellem Sonnenschein. Mit dem verwendeten Display der Uhr, welches mich ein wenig an die Displays von E-Readern erinnert, hat man hier keinerlei Probleme. Grundsätzlich kann man das Display über einen Knopfdruck auch beleuchten. Dieses Feature habe ich aber nie gebraucht, da wir nicht bei Dunkelheit gegolft haben und ich ansonsten wieder auf meine Pebble Uhr umgestiegen bin ;-).

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Erstaunt war ich auch über die Genauigkeit der Uhr – soweit man das selbst feststellen kann. Ich habe die GPS Anzeige aber regelmäßig mit den Entfernungsangaben auf den Plätzen abgeglichen und konnte in der Regel keine oder nur sehr geringe Abweichungen feststellen. Unsere Smartphone Apps, die wir ansonsten im Einsatz haben, sind hier meist ungenauer oder haben etwas mehr Streuung.

Die Geschwindigkeit mit der einerseits die Plätze in der Umgebung der Gegend gefunden werden, als auch das Aktualisierungsintervall auf dem Platz sorgen dafür, dass quasi keine Wartezeiten auf der Runde entstehen. Bei einem Handy hat man oft das Problem, dass sich dieses nach dem Einschalten des Bildschirms zunächst auf den richtigen GPS Wert einpendeln muß.

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Nachdem man einmal heraus hat, wie die Bedienungsknöpfe funktionieren, kann man sehr schnell durch die notwendigen Funktionen navigieren. Eigentlich sehr schön ist das Feature, dass die Uhr automatisch von der Entfernungsanzeige auf die Scorekarte zur Eingabe der Schlaganzahl umschaltet, wenn man sich dem Grün nähert. Obwohl mich das auch manchmal irritiert hat, wenn der Ball eigentlich noch etwas entfernt ist, man sich aber dem Grün genähert hat, um zum Beispiel zu schauen, wo man den Ball hinspielen möchte. Wenn man dann die Entfernung nicht vorher abgelesen hatte, muß man über das Menü wieder zurück zu der entsprechenden Anzeige.

Auch die automatische Erkennung der Abschläge, bei denen die Uhr sich selbstständig auf das entsprechende Loch einstellt, hat in 99% der Fälle gut funktioniert. Natürlich kann man auch manuell zwischen den Bahnen wechseln und auch nachträglich die Scores anpassen.

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Einzig mit der Auswahl der Hindernisse hatte ich immer wieder mal Schwierigkeiten. Wenn Hindernisse sowohl links als auch rechts vom Fairway in ähnliche Entfernung liegen, war ich mir manchmal nicht sicher, welches Hindernis ich gerade ausgewählt habe.

Was ich bisher nicht ausprobiert habe, war die Angabe des Verwendeten Schlägers nach jedem Schlag. Denn alle Schläge werden protokolliert und man kann sich dieser in der Connect App mit Abbildung der jeweiligen Bahnen nochmals anschauen. Hier muß ich gestehen, dass ich die Anleitung noch nicht genutzt habe. Theoretisch kann man die einzelnen Schläge auch nach der Runde noch in der Connect App nachtragen.

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Nicht genutzt habe ich die Möglichkeit, die Entfernung der Schläge auf der Runde zu messen. Auch das Verschieben der Fahne auf dem Grün habe ich eigentlich nur zu Testzwecken genutzt. Schön finde ich aber, dass Messpunkte für die Angaben der Entfernungen auf dem Grün als kleine Punkte dargestellt werden. So weiß man insbesondere bei unregelmäßigen Grüns oder Grüns nach einem Dogleg wo den „Vorne“ und „Hinten“ liegt.

Zur Akkuleistung sei noch gesagt, dass die Uhr – verwendet man sie nur während der Golfrunde – mindestens für zwei Runden ohne Nachladen genutzt werden kann. Ich habe meist sogar drei Runden mit einer Ladung geschafft. Das Laden geht auch relativ zügig und die Klemme sorgt auch dafür, dass das Ladekabel fest mit der Uhr verbunden ist.

Fazit meines ersten Tests der Garmin Approach S20

Mittlerweile ist die Uhr mein ständiger Begleiter auf der Golfrunde und ich möchte die Uhr schon jetzt nicht mehr missen. Auch wenn es leider nicht ganz geklappt hat, dass aktuelle Aktionsmotto von Garmin „beat yesterday“ in der Tat umzusetzen und jeden Tag eine bessere Runde zu spielen, halte ich die Golfuhr für ein wirklich nützliches Hilfsmittel auf dem Golfplatz. Wer evtl. mehr grafische Darstellungen des Bahnverlaufs nutzt oder auf farbige Displays steht, für den wird hier vielleicht noch etwas fehlen. Für den üblichen Einsatz auf einer Golfrunde finde ich die S20 allerdings mehr als ausreichend.

Hervorzuheben ist nochmals die gute Lesbarkeit, der Akku und die netten Zusatzfeatures, die in Verbindung mit der App bzw. dem Portal insbesondere für Statistikfans interessant sein könnten.

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